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2017/10/19 - 02:08

"Vor dem Stadtor…" (II, 23)

Vor dem Stadtor war niemand, in der Torwölbung niemand. Auf rein gekehrtem Kies kam man hin, durch ein viereckiges Mauerloch sah man in die Zelle der Torwache, aber die Zelle war leer. Das war zwar merkwürdig, aber für mich sehr vorteilhaft, denn ich hatte keine Ausweispapiere, mein ganzer Besitz war überhaupt ein Kleid aus Leder und der Stock in der Hand.

Ich sprach heute mit dem Kapitän in seiner Kajüte. Ich beklagte mich über die Mitpassagiere. Das könne man nicht ein Passagierschiff nennen, zumindest die Hälfte des Volkes, das hier mitfahre, sei schlimmstes Gesindel. Meine Frau wage sich kaum mehr aus der Kabine heraus, aber auch hinter der versperrten Tür fühle sie sich nicht sicher, ich muß bei ihr bleiben

Müde. Und auf dem Kahne fährt das Volk

Es begann ein Wettlaufen in den Wäldern. Alles war voll von Tieren. Ich versuchte Ordnung zu machen

Es war schon Abend. Sein kühler Hauch wehte uns entgegen, erfrischend in seiner Kühle, ermattend in seinem Spätsein. Wir setzten uns auf eine Bank am alten Turm. "Alles war vergeblich", sagtest Du, "aber es ist vergangen, es ist Zeit aufzuatmen und hier ist der rechte Ort. "

Ich hatte drei Rücherbretter bestellt, denn meine Bücher häuften sich auf. Der Tischler hatte die Maße abgenommen und versprochen in einigen Tagen die Bretter zu bringen. Aber er brachte sie nicht und ich selbst vergaß die Sache, auch hatte ich damals wenig Zeit mich mit Büchern zu beschäftigen. Nach einem Monat aber erinnerte ich mich daran und hielt mich einmal bei dem Meister auf.


Revision: 2011/01/08 - 00:18 - © Mauro Nervi




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