<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Published Works on The Kafka Project</title><link>https://www.kafka.org/works/published/</link><description>Recent content in Published Works on The Kafka Project</description><generator>Hugo</generator><language>en</language><lastBuildDate>Fri, 05 Nov 2004 12:00:47 +0000</lastBuildDate><atom:link href="https://www.kafka.org/works/published/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Betrachtung. Für F. B.</title><link>https://www.kafka.org/works/published/betrachtung-fuer-f-b/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:14:15 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/betrachtung-fuer-f-b/</guid><description>&lt;p&gt;Kinder auf der Landstraße&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Entlarvung eines Bauernfängers&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der plötzliche Spaziergang&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Entschlüsse&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Ausflug ins Gebirge&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Unglück des Junggesellen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kaufmann&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zerstreutes Hinausschaun&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Nachhauseweg&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Vorüberlaufenden&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Fahrgast&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kleider&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Abweisung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Nachdenken für Herrenreiter&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Gassenfenster&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wunsch, Indianer zu werden&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bäume&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unglücklichsein&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Kinder auf der Landstraße&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich hörte die Wagen an dem Gartengitter vorüberfahren, manchmal sah ich sie auch durch die schwach bewegten Lücken im Laub. Wie krachte in dem heißen Sommer das Holz in ihren Speichen und Deichseln! Arbeiter kamen von den Feldern und lachten, daß es eine Schande war.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Urteil. Eine Geschichte</title><link>https://www.kafka.org/works/published/das-urteil-eine-geschichte/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:18:43 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/das-urteil-eine-geschichte/</guid><description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Für F.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es war an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr. Georg Bendemann, ein junger Kaufmann, saß in seinem Privatzimmer im ersten Stock eines der niedrigen, leichtgebauten Häuser, die entlang des Flusses in einer langen Reihe, fast nur in der Höhe und Färbung unterschieden, sich hinzogen. Er hatte gerade einen Brief an einen sich im Ausland befindenden Jugendfreund beendet, verschloß ihn in spielerischer Langsamkeit und sah dann, den Ellbogen auf den Schreibtisch gestützt, aus dem Fenster auf den Fluß, die Brücke und die Anhöhen am anderen Ufer mit ihrem schwachen Grün.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Heizer</title><link>https://www.kafka.org/works/published/der-heizer/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:22:05 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/der-heizer/</guid><description>&lt;p&gt;Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen Sonnenlicht. Ihr Arm mit dem Schwert ragte wie neuerdings empor, und um ihre Gestalt wehten die freien Lüfte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Verwandlung</title><link>https://www.kafka.org/works/published/die-verwandlung/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:25:40 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/die-verwandlung/</guid><description>&lt;p&gt;I.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In der Strafkolonie</title><link>https://www.kafka.org/works/published/in-der-strafkolonie/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:31:13 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/in-der-strafkolonie/</guid><description>&lt;p&gt;&amp;ldquo;Es ist ein eigentümlicher Apparat&amp;rdquo;, sagte der Offizier zu dem Forschungsreisenden und überblickte mit einem gewissermaßen bewundernden Blick den ihm doch wohlbekannten Apparat. Der Reisende schien nur aus Höflichkeit der Einladung des Kommandanten gefolgt zu sein, der ihn aufgefordert hatte, der Exekution eines Soldaten beizuwohnen, der wegen Ungehorsam und Beleidigung des Vorgesetzten verurteilt worden war. Das Interesse für diese Exekution war wohl auch in der Strafkolonie nicht sehr groß. Wenigstens war hier in dem tiefen, sandigen, von kahlen Abhängen ringsum abgeschlossenen kleinen Tal außer dem Offizier und dem Reisenden nur der Verurteilte, ein stumpfsinniger, breitmäuliger Mensch mit verwahrlostem Haar und Gesicht und ein Soldat zugegen, der die schwere Kette hielt, in welche die kleinen Ketten ausliefen, mit denen der Verurteilte an den Fuß- und Handknöcheln sowie am Hals gefesselt war und die auch untereinander durch Verbindungsketten zusammenhingen. Übrigens sah der Verurteilte so hündisch ergeben aus, daß es den Anschein hatte, als könnte man ihn frei auf den Abhängen herumlaufen lassen und müsse bei Beginn der Exekution nur pfeifen, damit er käme.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Landarzt - Kleine Erzählungen</title><link>https://www.kafka.org/works/published/ein-landarzt-kleine-erzaehlungen/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:34:48 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/ein-landarzt-kleine-erzaehlungen/</guid><description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Meinem Vater&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;(Der neue Advokat - Ein Landarzt - Auf der Galerie - Ein altes Blatt - Vor dem Gesetz - Schakale und Araber - Ein Besuch im Bergwerk - Das nächste Dorf - Eine kaiserliche Botschaft - Die Sorge des Hausvaters - Elf Söhne - Ein Brudermord - Ein Traum - Ein Bericht für eine Akademie)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der neue Advokat&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben einen neuen Advokaten, den Dr. Bucephalus. In seinem Äußern erinnert wenig an die Zeit, da er noch Streitroß Alexanders von Macedonien war. Wer allerdings mit den Umständen vertraut ist, bemerkt einiges. Doch sah ich letzthin auf der Freitreppe selbst einen ganz einfältigen Gerichtsdiener mit dem Fachblick des kleinen Stammgastes der Wettrennen den Advokaten bestaunen, als dieser, hoch die Schenkel hebend, mit auf dem Marmor aufklingendem Schritt von Stufe zu Stufe stieg.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Hungerkünstler</title><link>https://www.kafka.org/works/published/ein-hungerkuenstler/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:39:34 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/ein-hungerkuenstler/</guid><description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Vier Geschichte&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstes Leid&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Trapezkünstler – bekanntlich ist diese hoch in den Kuppeln der großen Varietebühnen ausgeübte Kunst eine der schwierigsten unter allen, Menschen erreichbaren – hatte, zuerst nur aus dem Streben nach Vervollkommnung, später auch aus tyrannisch gewordener Gewohnheit sein Leben derart eingerichtet, daß er, so lange er im gleichen Unternehmen arbeitete, Tag und Nacht auf dem Trapeze blieb. Allen seinen, übrigens sehr geringen Bedürfnissen wurde durch einander ablösende Diener entsprochen, welche unten wachten und alles, was oben benötigt wurde, in eigens konstruierten Gefäßen hinauf- und hinabzogen. Besondere Schwierigkeiten für die Umwelt ergaben sich aus dieser Lebensweise nicht; nur während der sonstigen Programmnummern war es ein wenig störend, daß er, wie sich nicht verbergen ließ, oben geblieben war und daß, trotzdem er sich in solchen Zeiten meist ruhig verhielt, hie und da ein Blick aus dem Publikum zu ihm abirrte. Doch verziehen ihm dies die Direktionen, weil er ein außerordentlicher, unersetzlicher Künstler war. Auch sah man natürlich ein, daß er nicht aus Mutwillen so lebte, und eigentlich nur so sich in dauernder Übung erhalten, nur so seine Kunst in ihrer Vollkommenheit bewahren konnte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Damenbrevier</title><link>https://www.kafka.org/works/published/ein-damenbrevier/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:47:49 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/ein-damenbrevier/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn man sich in die Welt aufatmend entläßt, wie vom hohen Gerüst der Schwimmer in den Fluß, gleich und später manchmal von Gegenstößen wie ein liebes Kind verwirrt, aber immer mit schönen Wellen zur Seite in die Luft der Ferne treibt, dann mag man wie in diesem Buch ziellos mit geheimem Ziel die Blicke über das Wasser richten, das einen trägt und das man trinken kann und das für den auf seiner Fläche ruhenden Kopf grenzenlos geworden ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gespräch mit dem Beter</title><link>https://www.kafka.org/works/published/gespraech-mit-dem-beter/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:49:10 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/gespraech-mit-dem-beter/</guid><description>&lt;p&gt;Es gab eine Zeit, in der ich Tag um Tag in eine Kirche ging, denn ein Mädchen, in das ich mich verliebt hatte, betete dort knieend eine halbe Stunde am Abend, unterdessen ich sie in Ruhe betrachten konnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als einmal das Mädchen nicht gekommen war und ich unwillig auf die Betenden blickte, fiel mir ein junger Mensch auf, der sich mit seiner ganzen mageren Gestalt auf den Boden geworfen hatte. Von Zeit zu Zeit packte er mit der ganzen Kraft seines Körpers seinen Schädel und schmetterte ihn seufzend in seine Handflächen, die auf den Steinen auflagen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gespräch mit dem Betrunkenen</title><link>https://www.kafka.org/works/published/gespraech-mit-dem-betrunkenen/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:50:31 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/gespraech-mit-dem-betrunkenen/</guid><description>&lt;p&gt;Als ich aus dem Haustor mit kleinem Schritte trat, wurde ich von dem Himmel mit Mond und Sternen und großer Wölbung und von dem Ringplatz mit Rathaus, Mariensäule und Kirche überfallen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich ging ruhig aus dem Schatten ins Mondlicht, knöpfte den Überzieher auf und wärmte mich; dann ließ ich durch Erheben der Hände das Sausen der Nacht schweigen und fing zu überlegen an:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;Was ist es doch, daß Ihr tut, als wenn Ihr wirklich wäret. Wollt Ihr mich glauben machen, daß ich unwirklich bin, komisch auf dem grünen Pflaster stehend? Aber doch ist es schon lange her, daß du wirklich warst, du Himmel, und du Ringplatz bist niemals wirklich gewesen. &amp;quot;&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Aeroplane in Brescia</title><link>https://www.kafka.org/works/published/die-aeroplane-in-brescia/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:51:37 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/die-aeroplane-in-brescia/</guid><description>&lt;p&gt;Wir sind angekommen. Vor dem Aerodrom liegt noch ein großer Platz mit verdächtigen Holzhäuschen, für die wir andere Aufschriften erwartet hätten, als: Garage, Grand Büfett International und so weiter. Ungeheure in ihren Wägelchen fettgewordene Bettler strecken uns ihre Arme in den Weg, man ist in der Eile versucht, über sie zu springen. Wir überholen viele Leute und werden von vielen überholt. Wir schauen in die Luft, um die es sich hier ja handelt. Gott sei Dank, noch fliegt keiner! Wir weichen nicht aus und werden doch nicht überfahren. Zwischen und hinter den Tausend Fuhrwerken und ihnen entgegen hüpft italienische Kavallerie. Ordnung und Unglücksfälle scheinen gleich unmöglich.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Roman der Jugend</title><link>https://www.kafka.org/works/published/ein-roman-der-jugend/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:53:05 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/ein-roman-der-jugend/</guid><description>&lt;p&gt;(Felix Sternheim: Die Geschichte des jungen Oswald. Hyperionverlag Hans von Weber, München 1910).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ob es will, oder nicht, es ist ein Buch um junge Leute glücklich zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vielleicht muß der Leser, während er diesen Roman in Briefform zu lesen beginnt, aus Not ein wenig einfältig werden, denn ein Leser kann nicht gedeihen, beugt man seinen Kopf sogleich mit dem ersten Ruck über den unveränderlichen Strom eines Gefühls. Und vielleicht ist diese Einfalt des Lesers die Ursache, daß ihm die Schwächen des Autors hier im Anfang geradezu morgendlich klar erscheinen: Eine beschränkte Terminologie von Werthers Schatten umkreist, schmerzlich den Ohren mit immer &amp;ldquo;süß&amp;rdquo; und immer &amp;ldquo;hold&amp;rdquo;. Ein beständig wiederkehrendes Entzücken, dessen Fülle niemals aufgegeben wird, das aber, oft nur noch gerade an den Worten hängend, tot durch die Seiten geht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Eine entschlafene Zeitschrift</title><link>https://www.kafka.org/works/published/eine-entschlafene-zeitschrift/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:55:18 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/eine-entschlafene-zeitschrift/</guid><description>&lt;p&gt;Die Zeitschrift &amp;ldquo;Hyperion&amp;rdquo; hat ihre Arbeit halb gezwungen, halb freiwillig beendet und ihre zwölf wie Steinplatten großen, weißen Hefte sollen jetzt abgeschlossen sein. Unmittelbar erinnern an sie nur noch die Hyperionalmanache 1910 und 1911, um die sich das Publikum wie um die unterhaltenden Reliquien eines unbequemen Toten reißt. Der wesentliche Herausgeber war Franz Blei, dieser bewundernswerte Mann, den die Mannigfaltigkeit seiner Talente in die dichteste Literatur hineintreibt, wo er sich aber nicht befreien und halten kann, sondern mit verwandelter Energie zu Zeitschriftengründungen entläuft. Der Verleger war Hans von Weber, dessen Verlag zuerst vom &amp;ldquo;Hyperion&amp;rdquo; ganz überdeckt war, heute aber, ohne sich in einer Seitengasse der Literatur zu verstecken, ohne aber auch mit allgemeinen Programmen zu strahlen, einer der zielbewußtesten großen deutschen Verlage geworden ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Erstes Kapitel des Buches "Richard und Samuel"</title><link>https://www.kafka.org/works/published/erstes-kapitel-des-buches-richard-und-samuel/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:56:25 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/erstes-kapitel-des-buches-richard-und-samuel/</guid><description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;von Max Brod und Franz Kafka&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unter dem Titel &amp;ldquo;Richard und Samuel – Eine kleine Reise durch mitteleuropäische Gegenden&amp;rdquo;, wird ein Bändchen die parallelen Reisetagebücher zweier Freunde verschiedenartigen Charakters enthalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Samuel ist ein weltläufiger junger Mann, der mit vielem Ernst sich Kenntnisse im großen Stil und ein richtiges Urteil über alle Gegenstände des Lebens und der Kunst zu bilden bestrebt ist, ohne doch jemals nüchtern oder gar pedantisch zu werden. Richard hat keinen bestimmten Interessekreis, läßt sich von rätselhaften Gefühlen, noch mehr von seiner Schwäche treiben, zeigt aber in seinem engen und zufälligen Kreise so viel Intensität und naive Selbstständigkeit, daß er nie zu schrullenhafter Komik ausartet. Dem Berufe nach ist Samuel Sekretär eines Kunstvereines, Richard Bankbeamter. Richard hat Vermögen, arbeitet nur, weil er sich nicht für fähig hält, freie Tage zu ertragen; Samuel muß von seiner (überdies erfolgreichen und sehr geschätzten) Arbeit leben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Großer Lärm</title><link>https://www.kafka.org/works/published/grosser-laerm/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:58:43 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/grosser-laerm/</guid><description>&lt;p&gt;Ich sitze in meinem Zimmer im Hauptquartier des Lärms der ganzen Wohnung. Alle Türen höre ich schlagen, durch ihren Lärm bleiben mir nur die Schritte der zwischen ihnen Laufenden erspart, noch das Zuklappen der Herdtüre in der Küche höre ich. Der Vater durchbricht die Türen meines Zimmers und zieht im nachschleppenden Schlafrock durch, aus dem Ofen im Nebenzimmer wird die Asche gekratzt, Valli fragt, durch das Vorzimmer Wort für Wort rufend, ob des Vaters Hut schon geputzt ist, ein Zischen, das mir befreundet sein will, erhebt noch das Geschrei einer antwortenden Stimme. Die Wohnungstüre wird aufgeklinkt und lärmt, wie aus katarrhalischem Hals, öffnet sich dann weiterhin mit dem Singen einer Frauenstimme und schließt sich endlich mit einem dumpfen, männlichen Ruck, der sich am rücksichtslosesten anhört. Der Vater ist weg, jetzt beginnt der zartere, zerstreutere, hoffnungslosere Lärm, von den Stimmen der zwei Kanarienvögel angeführt. Schon früher dachte ich daran, bei den Kanarienvögeln fällt es mir von neuem ein, ob ich nicht die Türe bis zu einer kleinen Spalte öffnen, schlangengleich ins Nebenzimmer kriechen und so auf dem Boden meine Schwestern und ihr Fräulein um Ruhe bitten sollte.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Aus Matlárháza</title><link>https://www.kafka.org/works/published/aus-matl-rh-za/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 11:59:46 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/aus-matl-rh-za/</guid><description>&lt;p&gt;Aus Matlarhaza. In Matlarhaza ist gegenwärtig eine kleine Ausstellung von Tatra-Bildern von Anton Holub zu sehen, die lebhafte Aufmerksamkeit findet und verdient. Unter den Aquarellen scheinen uns jene aus abendlichen Stimmungen mit ihrem düsteren Ernst den Vorzug zu verdienen, während die Ansichten aus sonnigen Tagen bei aller Feinheit der Töne eine gewisse Erdenschwere noch nicht überwinden können. Vor allem aber gefallen die Federzeichnungen. Mit ihrem zarten Strich, ihrem perspektivischen Reiz, ihrer wohlbedachten bald holzschnittmäßigen, bald mehr der Radierung angenäherten Komposition sind es erstaunlich achtungswerte Leistungen. Gerade solche treue, dabei persönlich betonte Bilder sind mehr als alles andere imstande, den Blick für die Schönheit unserer Berge zu öffnen. Wir würden uns freuen, wenn von diesen Arbeiten bald eine größere und auch einem größeren Publikum zugängliche Ausstellung veranstaltet würde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Kübelreiter</title><link>https://www.kafka.org/works/published/der-kuebelreiter/</link><pubDate>Fri, 05 Nov 2004 12:00:47 +0000</pubDate><guid>https://www.kafka.org/works/published/der-kuebelreiter/</guid><description>&lt;p&gt;Verbraucht alle Kohle; leer der Kübel; sinnlos die Schaufel; Kälte atmend der Ofen; das Zimmer vollgeblasen von Frost; vor dem Fenster Bäume starr im Reif; der Himmel, ein silberner Schild gegen den, der von ihm Hilfe will. Ich muß Kohle haben; ich darf doch nicht erfrieren; hinter mir der erbarmungslose Ofen, vor mir der Himmel ebenso; infolgedessen muß ich scharf zwischendurch reiten und in der Mitte beim Kohlenhändler Hilfe suchen. Gegen meine gewöhnlichen Bitten aber ist er schon abgestumpft; ich muß ihm ganz genau nachweisen, daß ich kein einziges Kohlenstäubchen mehr habe und daß er daher für mich geradezu die Sonne am Firmament bedeutet. Ich muß kommen, wie der Bettler, der röchelnd vor Hunger an der Türschwelle verenden will und dem deshalb die Herrschaftsköchin den Bodensatz des letzten Kaffees einzuflößen sich entscheidet; ebenso muß mir der Händler, wütend, aber unter dem Strahl des Gebotes &amp;ldquo;Du sollst nicht töten!&amp;rdquo; eine Schaufel voll in den Kübel schleudern.&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>